Inklusion an der Katharinenschule


An der Katharinenschule machen wir seit mehreren Jahren gute Erfahrungen mit inklusiven Lernangeboten. In unserem Fall heißt das, dass sowohl Schüler/-innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen als auch Schüler/-innen mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung in ihrem Klassenverband verbleiben und dort stundenweise sonderpädagogische Unterstützung erhalten.
Die inklusive Beschulung erfolgt weitestgehend in zwei Varianten:

1.    Mehrere Schüler/-innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse (sog. Gruppenbezogene Lösung)

Hierbei wird ein Klassenlehrerteam bestehend aus einem Regelpädagogen und einem Sonderpädagogen gebildet, das sich im Wesentlichen für die Gesamtklasse und jeden Einzelnen gemeinsam zuständig fühlt. Die Rollen, wer während des Unterrichtsgeschehens unterrichtet bzw. unterstützt können zwischen den Kollegen immer wieder wechseln. Durch die Doppelbesetzung kann immer wieder auch Kleingruppenunterricht und Einzelförderung angeboten werden. Elterngespräche werden soweit möglich gemeinsam geführt. Bei Kindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen ist der Sonderpädagoge dafür zuständig, die Unterrichtsinhalte zu differenzieren und den Kindern Angebote zu machen, die ihrem Lernstand entsprechen.
Derartige gruppenbezogene Lösungen führen wir aktuell in den Klassenstufen 4, 5, 7 und 9.

2.    Einzelinklusion

Hierbei ist nur ein Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse. Dies bedeutet, dass der Sonderschullehrer nur mit drei Stunden/ Woche den Regelschullehrer und das Kind unterstützen kann. Hierbei stehen Einzelförderung, die Arbeit mit einer Kleingruppe oder die punktuelle Unterstützung im Unterrichtsgeschehen im Mittelpunkt. Außerdem kann der Sonderpädagoge bei Ausflügen begleiten oder mal mit der ganzen Klasse eine Unterrichtseinheit z.B. zum sozialen Lernen durchführen. Darüber hinaus gehört auch die Beratung und der Austausch mit dem Klassenlehrer zum Aufgabenfeld des Sonderpädagogen.
Einzelinklusion haben wir derzeit in den Klassenstufen 1, 2 und 6.

Kooperative Organisationsform

Im Schuljahr 2014/15 wurde eine Kooperative Organisationsform (ehemals Außenklasse) des Rohräckerschulzentrums SBBZ Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hier an der Katharinenschule eingerichtet.
Im Schuljahr 2016/17 werden in der Kooperativen Organisationsform sechs Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet. Durch die Kooperation mit den Grundschulklassen derselben Klassenstufe entstehen vielfältige Begegnungs- und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kindern mit einer geistigen Behinderung und Kindern ohne Behinderung.

Zusammen mit den beiden Kooperationsklassen sind die Kinder nun in Klasse 3 angekommen.
In den Fächern Sport/Schwimmen, Kunst, Musik und Deutsch gibt es regelmäßig gemeinsamen Unterricht mit einer der beiden Kooperationsklassen. Ein flexibles Konzept der Kooperation ermöglicht aber auch eine Zusammenarbeit nach anderen Kriterien (projektbezogen, situationsbezogen, themenbezogen…), z.B. im Fach MNK. Neben der Kooperation gibt es aber auch genügend Raum für den Rückzug in die Kleingruppe.

Zusätzlich gibt es weitere gemeinsame Aktionen, wie Ausflüge, Lerngänge, Theaterbesuche etc.

Die Schüler und Schülerinnen der Kooperativen Organisationsform werden nach dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte unterrichtet. Durch die Kooperation spielen aber auch Themen des Bildungsplans Grundschule eine Rolle. Diese Themen werden sonderpädagogisch aufgearbeitet und an die Lernvoraussetzungen der Schüler und Schülerinnen angepasst. So werden beispielsweise Lieder, Fingerspiele und Gedichte mit Gebärden (aus „Schau doch meine Hände an“) oder Bildern begleitet. In den Kooperationsstunden lernen auch die Schülerinnen und Schüler der Kooperationsklassen die Gebärdenunterstützte Kommunikation kennen. Eine Gebärde der Woche wird im Gang vor dem Klassenzimmer ausgestellt und ist dadurch für alle Schülerinnen und Schüler der Schule sichtbar.

Die Kooperative Organisationsform hat ein eigenes Klassenzimmer, in dem der getrennte Unterricht (z.B. in Mathematik) oder Unterricht in gemischten Gruppen mit den Kooperationsschülern stattfindet.

Der Stundenplan der Kooperativen Organisationsform orientiert sich am Ganztageskonzept der Katharinenschule. Der Unterricht beginnt in der Kooperativen Organisationsform jedoch erst um 8.45 Uhr, da ein Teil der Kinder auch aus entfernter liegenden Stadtteilen bzw. Ortschaften kommt. Die Schüler und Schülerinnen werden mit einem Kleinbus zur Schule gebracht. Dienstags und donnerstags endet der Unterricht wie bei den Kooperationsklassen um 16 Uhr. An den restlichen Tagen ist Unterrichtschluss um 12.25 Uhr. Mittwochs besucht ein Teil der Klasse das AG-Angebot der Katharinenschule.

Die Kooperative Organisationsform nutzt eine der Pausen zum gemütlichen Frühstück im Klassenzimmer. In der zweiten Pause gehen die Schüler mit allen anderen Kindern auf den Hof zum Spielen und Toben.

An der Kooperation sind zwei Sonderschullehrerinnen sowie von Seiten der Grundschule der Klassenlehrer und die Klassenlehrerin der Kooperationsklassen beteiligt. Außerdem wirken seit diesem Schuljahr auch Fachlehrerinnen aus Deutsch und Musik und seit Februar 2017 eine Referendarin für das Sonderschullehramt an der Kooperation mit. Stundenweise wird die Kooperative Organisationsform auch durch eine FSJ-Kraft unterstützt.

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